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AE-10431 Karg-Elert - Ultimate Organ Works Vol.3

Sigfrid Karg-Elert (1877-1933)

Sigfrid Karg-Elert - Ultimate Organ Works Vol.3

Elke Völker

Dudelange, Eglise Saint-Martin

Inhalt:
Sigfrid Karg-Elert (1877-1933) :
Sinfonischer Choral "Ach bleib mit deiner Gnade" Es-Dur [op.87,1]
Sinfonischer Choral "Jesu, meine Freude" c-Moll [op.87,2]
Sinfonischer Choral "Nun ruhen alle Wälder" Des-Dur [op.87,3]
Geistlicher Gesang "Völlige Hingabe" B-Dur [op.66,1]
Geistlicher Gesang "Sphärenmusik" D-Dur [op.66,2]
Der Erste Psalm, für Sopran und Orgel cis-Moll
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Elke Völker, Orgel
Andrea Reuter, Sopran
Robert Frank, Violine
Gesamtspielzeit: 1:11 (h:m)
Booklet: 32p., Englisch Deutsch Französisch
Bestell-Nr. AE 10431
EAN 4026798104313
Produktkategorie: CD
Veröffentlichungsdatum: 01.06.2004
  • play_circle_outline Nun ruhen alle Wälder
  • play_circle_outline Sphärenmusik
€ 17,54 (inkl. MwSt.)

Rezensionen zu “Karg-Elert: Sigfrid Karg-Elert - Ultimate Organ Works Vol.3”

 

Karg-Elert Gesellschaft Oliver Hilmes, :

“Diese Klänge können süchtig machen! Man könnte darüber hinaus über die geradezu luxuriös ausgestatteten Booklets ins Schwärmen geraten und das große Können der Solisten bewundern. Ich fasse mich kurz: Kaufen!”
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Den Liebhabern audiophiler Leckerbissen ist das Label Aeolus des Korschenbroicher Tonmeisters Christoph Martin Frommen ein Begriff. Aeolus steht für außergewöhnliche Programmgestaltung, interessante Interpreten, hochwertige Verarbeitung - kurzum: für ganz wunderbare Tonträger. Und so sind die drei vorliegenden CDs mit Orgelmusik Sigfrid Karg-Elerts nicht nur wichtige, sondern auch einfach sehr schöne Veröffentlichungen.

Die Organistin, Germanistin, Publizistin, Schulmusikerin und Musikwissenschaftlerin Elke Völker hat sich für ihre Einspielungen Karg-Elerts „Ultimate Organ Works" ausgesucht. Diese Überschrift gibt zunächst Rätsel auf. „Ultimate Organ Works" im Sinne von „Spätwerke" werden wohl kaum gemeint sein, schließlich stehen Kompositionen aus einer frühen Schaffensperiode (z.B. op. 73) neben solchen aus den letzten Lebensjahren des Komponisten (z.B. op. 143). Somit bedeutet „Ultimate" wahrscheinlich „endgültig" oder „ultimativ", womit die Werkauswahl allerdings angreifbar wird. Zwar sind „Sanctus" und „Pastorale" für Violine und Orgel (op. 48B) sowie die „geistlichen Gesänge" aus op. 66 ausgesprochen klangschöne Tonschöpfungen Karg-Elerts - aber wohl kaum „ultimative" Werke wie etwa die ebenfalls eingespielte Sinfonie fis-moll (op. 143). Doch genug der Wortklauberei.
Elke Völker hat mit der Wahl ihrer Instrumente eine glückliche Hand bewiesen. Über die Sauer-Orgel im Bremer Dom muss man kaum mehr schreiben; seit Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Herbst 1996 entstanden dort zahlreiche Einspielungen, die von der Schönheit und vom Zauber dieser Orgel künden. Die 1912 erbaute Stahlhuth-Orgel der Martinskirche im luxemburgischen Dudelange ist allerdings noch ein Geheimtipp. Nach einer behutsamen Restaurierung durch die Firma Thomas Jann (Allkofen) präsentiert sich das viermanualige Instrument als orchestrales Meisterwerk. Neben einem vollständigen Gambenchor (vom 16' bis zurTerzgamba 1 3/5') berauschen zahlreiche Solostimmen sowie 23 (!) Zungenregister. Beide Orgeln -die Bremer und die Luxemburger - dürfen wohl als sehr gute bis perfekte Karg-Elert-Instrumente gelten.
Elke Völker ist unzweifelhaft eine begnadete Organistin. Technische Schwierigkeiten scheinen für sie kaum zu existieren, sie spielt hochvirtuos und anpackend. Dabei hat sie ganz klare Vorstellungen vom Aufbau der komplexen Kompositionen, entwickelt überzeugende Spannungsbögen und versieht die Stücke mit ihrer eigenen Signatur. Gelegentlich - und dies sei nicht verschwiegen - wirkt Völkers übermäßiges Tempo rubato etwas ermüdend. Den motorischen Passagen (beispielsweise in der Fuge des sinfonischen Chorals „Jesu, meine Freude") geht dann die Luft aus. Aber dies ist letztendlich eine Frage des Geschmacks, was auch für die recht indirekte Aufnahmesituation gelten mag.

Es ist Elke Völkers Verdienst, dass die vorliegenden CDs selten aufgeführte Werke in ihren Originalfassungen präsentieren. So gesellt sich am Ende der „Ersten sinfonischen Kanzone" (op. 85, 1) eine Trompete zur Orgel, der Epilog der „Dritten sinfonischen Kanzone" (op. 85, 3) wird gar von vier Frauenstimmen und einer Violine versüßt. Diese Klänge können süchtig machen!

Man könnte darüber hinaus über die geradezu luxuriös ausgestatteten Booklets ins Schwärmen geraten und das große Können der Solisten bewundern. Ich fasse mich kurz: Kaufen!

Oliver Hilmes

Rezension im Original laden:
AE-10121_Karg_Elert_Gesellschaft.jpg 262,64 kB

 

Klassik heute Gerhard Pätzig, 17.06.2008 :

“Ihre oft abenteuerlich abrupten Kontraste umfassen eine Ausdrucksskala von zart säuselnder, gelegentlich in eine unsägliche Sentimentalität ausufernde Windharfen-Seligkeit bis zu kakophon-aberwitzigen forte-fortissimo-Klangeruptionen. Eine nahezu grenzensprengende Tastenvirtuosität der Spielerin und Beherrschung der Pedaltechnik ohne Tempolimit fordern das Äußerste an Präzision und Gestaltungswillen. Dies alles (und mehr) wird gewagt und gewonnen. Respekt!”
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Hat der 100. Geburtstag von Sigfrid Karg-Elert am 17. November 1977 besondere Erinnerungen ausgelöst? Oder wurden anläßlich seines gegenwärtig zu gedenkenden 75. Todestages (9. April 2008) neue Anreize zur Auseinandersetzung mit dem stets umstrittenen Schaffen dieses Komponisten zwischen Romantik und Moderne gegeben? Auf der wissenschaftlich-theoretischen Ebene hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eine Menge getan, während nur Teilbereiche seiner Tonschöpfungen in den Schallplattenkatalogen ihr Dasein festigen konnten. Unter Kennern galt das Interesse vor allem dem einsamen, zugleich singulären Schöpfer einer eigenen Konzertliteratur für das Harmonium. Aber auch sein Liedschaffen, Klavierstücke und eine repräsentative Auswahl höchst individueller Orgelbeiträge forderten die Spitzenkräfte unter den konzertierenden Virtuosen wiederholt zu Aufführungen heraus.
Nun also meldet sich im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts das Label Aeolus aus Korschenbroich mit einer ebenso anspruchsvollen wie umfassenden Orgelschau des einst international beachteten Lehrers an den Konservatorien in Magdeburg und Leipzig. Fünf Folgen einer Karg-Elert-Anthologie mit dem gewagten Sammeltitel Ultimate Organ Works sind bereits erschienen. Deren Konzept, Inhalt und Erscheinungsbild scheint in vieler Hinsicht den „ultimativen“ Charakter der Edition zu bestätigen. Aktuell zu besprechen ist hier die dritte Folge der offensichtlich nicht in chronologischer Reihenfolge erscheinenden Serie. Mehrere Faktoren bestimmen die Erfolgsaussichten des Vorhabens. Erstens die Verpflichtung der vielseitig begabten, jungen Interpretin Elke Völker, deren künstlerische Kompetenz von den höheren Weihen eines musikwissenschaftlichen Studiums flankiert wird. Ihr Spezialgebiet liegt nahe: die Orgel in Theorie und Praxis unter besonderer Berücksichtigung des Schaffens von Sigfrid Karg-Elert. Als ein greifbares Ergebnis steht unmittelbar die Drucklegung eine Biographie des Meisters bevor, unter erstmaliger Berücksichtigung seines gesamten Briefwechsels, dazu eine Einführung in die „Harmonologik“ des Theoretikers Karg-Elert, Analysen der bedeutenden Orgelwerke und ein als unentbehrlich angekündigter Ratgeber für die heutige Aufführungspraxis.
Ein weiterer wichtiger Schachzug des Aeolus-Produzenten Christoph Martin Frommen ist die Einbeziehung des Orgelbaumeisters Thomas Jann in das vorliegende Projekt, vor allem dessen Wirken als Restaurator bei der Rückführung der 1962 in völliger Verkennung ihrer romantischen Besonderheiten damals barockisierten Stahlhut-Orgel von 1912 in Düdelingen (Luxemburg). Alles orgelkundlich Wissenswerte berichtet Alex Christoffel im Beiheft als weiteres Mitglied im Produktionsteam. Die Werkauswahl mit entsprechenden Erläuterungen
kommentiert selbstverständlich die Organistin als ihr eigenes Anliegen, abgerundet durch von ihr aufgestöberte Anmerkungen und Zitate des Komponisten. Durchdachte und abgerundete Vorleistungen also, die dank einer sorgfältig arbeitenden Aufnahmetechnik hohen Bewertungsmaßstäben gerecht werden.
Daß dennoch bei der vom Komponisten sporadisch eingesetzten Sopranstimme (Andrea Reuter) und obligater Solovioline (Robert Frank) angesichts der Kirchenakustik und der voll ausgekosteten Farbenpalette und Dynamik der Orgel die perfekte Lösung von Textverständlichkeit und Balance fragen einer Quadratur eines Kreises gleichkäme, sollte überkritischen Eifer dämpfen helfen. Wesentlich ist die klangliche Authentizität des Stahlhuth-Pfeifenwerkes. Mit Hilfe der Registrieranweisungen des Komponisten erreicht Elke Völker die beabsichtigte Wirkung dieser von ihr als „Jugendstil“ definierten Musik. Ihre oft abenteuerlich abrupten Kontraste umfassen eine Ausdrucksskala von zart säuselnder, gelegentlich in eine unsägliche Sentimentalität ausufernde Windharfen-Seligkeit bis zu kakophon-aberwitzigen forte-fortissimo-Klangeruptionen. Eine nahezu grenzensprengende Tastenvirtuosität der Spielerin und Beherrschung der Pedaltechnik ohne Tempolimit fordern das Äußerste an Präzision und Gestaltungswillen. Dies alles (und mehr) wird gewagt und gewonnen. Respekt!
Gefühl und Intellekt sind ständig zu einer überzeugenden Symbiose gezwungen, gerade auch in jenen Satzabschnitten, deren allzu süßliche Aussagekraft fragwürdig erscheint. Ambivalenz des Jugendstils? Vision des Komponisten: „Da erhebt das Kindlein sein süßes Gottesstimmchen, und alles Leid fällt ab“ (aus Karg-Elerts „Programmatischer Vorlage“ zum Sinfonischen Choral op. 87,3 – Track 5).
Gerhard Pätzig

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AE-10431-Klassik_heute.jpg 787,51 kB

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Karg-Elert Gesellschaft :

Diese Klänge können süchtig machen! Man könnte darüber hinaus über die geradezu luxuriös ausgestatteten Booklets ins Schwärmen geraten und das große Können der Solisten bewundern. Ich fasse mich kurz: Kaufen!

Klassik heute :

Ihre oft abenteuerlich abrupten Kontraste umfassen eine Ausdrucksskala von zart säuselnder, gelegentlich in eine unsägliche Sentimentalität ausufernde Windharfen-Seligkeit bis zu kakophon-aberwitzigen forte-fortissimo-Klangeruptionen. Eine nahezu grenzensprengende Tastenvirtuosität der Spielerin und Beherrschung der Pedaltechnik ohne Tempolimit fordern das Äußerste an Präzision und Gestaltungswillen. Dies alles (und mehr) wird gewagt und gewonnen. Respekt!

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