Please choose a language:

Close
 

"All Lust und Freud"

The Clavicytherium of the Germanisches Nationalmuseum, Nuremberg

Bernhard Klapprott

Clavicytherium, anonymous, Germany, c. 1620, Collection Germanisches Nationalmuseum, Nuremberg

Contenu:
Christian Erbach (d. Ä.) (c.1568-1635) Canzona sexti toni
Anonymus “Je prends en grè” (Intavolation of the Chanson by Clemens non Papa, South German, c. 1595)
Christian Erbach (d. Ä.) (c.1568-1635) Canzona quarti toni
Christian Erbach (d. Ä.) (c.1568-1635) Ricercar noni toni sopra le fuge “Io son ferito, ahi lasso” e “Vestiva i colli”
Johann Staden (d. Ä.) (1581-1634) Toccata in g
Jacob Haßler (1569-c.1622) Canzona in g
Heinrich Pfendner (c.1588-1630) Canzon in G
Johann Staden (d. Ä.) (1581-1634) Balletto in D
Johann Staden (d. Ä.) (1581-1634) Corrente in d
Valentin Dretzel (1578-1658) Sonata in a
Carl van der Hoeven (1580-1661) Ricercar quarti toni
Jacob Paix (d. Ä.) (1556-c.1623) “Ist mir ein fein braun Meg[delein]”
Jacob Paix (d. Ä.) (1556-c.1623) “Du hast mich woellen nemmen”
Jacob Paix (d. Ä.) (1556-c.1623) Schirazula Marazula
Jacob Paix (d. Ä.) (1556-c.1623) “Aus frischem freyem muth”
Jacob Paix (d. Ä.) (1556-c.1623) Ungarescha – Saltarello
Hans Leo Haßler (1564-1612) Canzon 12 toni
Johann Staden (d. Ä.) (1581-1634) Allamanda varirt
Hans Leo Haßler (1564-1612) Canzon in d
Hans Leo Haßler (1564-1612) “Ach Schatz, ich sing und lache”
Hans Leo Haßler (1564-1612) “Mit deinen lieblichen Augen”
Hans Leo Haßler (1564-1612) “All Lust und Frewdt” (Gagliarda)
Hans Leo Haßler (1564-1612) “Ach weh der schweren Pein”
Hans Leo Haßler (1564-1612) “Nun last uns fröhlich sein”
Hans Leo Haßler (1564-1612) “Ihr Musici, frisch auff und last doch hören”
Hans Leo Haßler (1564-1612) Canzon in F
More details...

Bernhard Klapprott, Clavicytherium
Durée totale: 1:14 (h:m)
Booklet: 28p., Anglais Allemand
Numéro de catalogue AE 10174
EAN 4026798101749
Catégorie de produit: CD
Date de sortie: 01/11/2019
  • play_circle_outline Erbach: Canzona quarti toni
  • play_circle_outline Staden: Toccata
  • play_circle_outline Haßler: Ach Schatz, ich sing und lache
  • play_circle_outline Haßler: Ach weh der schweren Pein
  • play_circle_outline Haßler: Ihr Musici

For the first time the large clavicytherium of the Germanisches Nationalmuseum (Nuremberg) – a kind of vertical harpsichord built by an anonymous German master during the late sixteenth century – is recorded here on disc. The present instrument is undoubtedly a pinnacle of the art of instrument making, with unusual timbres and an astonishingly complex action.

Bernhard Klapprott, a former pupil of Bob van Asperen and today Professor of Harpsichord in Weimar, has selected appropriate music for this rare instrument: to be heard are delicate polyphonic works as well as full-voiced adaptations of popular songs of the time by South-German composers such as Hassler, Erbach, Paix, and Staden.

The unique instrument and the special repertoire are described in detail in the extensive booklet. In addition, Bernhard Klapprott explains the special background of the historical ornamentation employed.

€ 17,99 (including tax)

Reviews on “"All Lust und Freud"”

 

BR Thomas Preuß, 05.01.2020 :

“...dieses besondere Feeling fängt die Aufnahme ganz hervorragend ein.”
More details...

Kostprobe 5.1.20

Was für ein sonderbares Instrument! Auf den ersten Blick sieht es aus, als hätte jemand ein Cembalo hochkant an die Wand gelehnt: Steil wie ein Berggipfel ragt der Korpus mit den Saiten nach oben, überragt bei weitem auch den Spieler, der wie bei einer Orgel unten an der Klaviatur sitzt. Keine Frage: Wer ein Clavicytherium jemals gesehen hat, wird dieses Bild so schnell nicht mehr vergessen.

Bis ins 18. Jahrhundert hinein war das senkrecht gebaute Clavicytherium die platzsparende Variante des Cembalos - etwa so wie heute das aufrecht stehende Klavier im Vergleich zum Konzertflügel. Erhalten sind weltweit aber nur ganz wenige Originale; dieses hier ist um 1620 in Deutschland gebaut und dann wohl nach Italien verkauft worden. Vielleicht war es das Schmuckstück eines venezianischen Palazzo, vielleicht hat eine vornehme Patrizierin darauf gespielt. Heute steht es im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, und der Cembalist Bernhard Klapprott erweckt es wieder zum Leben.

Und er tut das mit einem Repertoire, das ebenfalls die Verbindung zwischen Nürnberg und Italien spiegelt: Klapprott hat süddeutsche Musik mit italienischem Akzent ausgesucht - also Canzonen, Ricercari oder Saltarelli aus der Feder von Hans Leo Haßler, Johann Staden, Jacob Paix und anderen Kleinmeistern vom Beginn des 17. Jahrhunderts. Die vielen Stückchen, allesamt notiert in Tabulatur-Schrift, also einer altertümlichen Mischung aus Noten und Buchstaben, offenbaren eine überraschende Klangvielfalt: So kann das Clavicytherium dank einer speziellen Anzupftechnik vornehm näseln: [Musik] Oder mithilfe einer Lederdämpfung eine intime Laute imitieren: [Musik] Aber natürlich auch wie jedes andere Cembalo im festlichen Glanz erstrahlen: [Musik]

Dass der Cembalist hier beim Spielen ganz unmittelbar im Klang badet, mit dem Gesicht direkt vor dem Resonanzboden, ohne den sonst beim Cembalo üblichen Umweg der Schallwellen über den Raum – dieses besondere Feeling fängt die Aufnahme ganz hervorragend ein. Der knackige Clavicytherium-Klang wird allerdings erkauft durch eine komplexe Mechanik im Inneren. Rasante Tonwiederholungen zum Beispiel sind fast unmöglich, weil alle Tastenhebel erstmal um die Ecke gelenkt werden müssen. Das Instrument ähnelt damit einer kapriziösen Geliebten, auf deren Eigenheiten der Spieler behutsam Rücksicht nehmen muss.

Es ist das Verdienst von Bernhard Klapprott, dass diese Begrenzungen niemals spürbar werden. Im Gegenteil: Gerade die virtuosen Verzierungen und die plastische, manchmal sogar übermütige Artikulation machen den Reiz dieser CD aus. Und so wird die Begegnung mit diesem optisch faszinierendem Instrument auch zu einem akustischen Erlebnis.

Close

BR :

...dieses besondere Feeling fängt die Aufnahme ganz hervorragend ein.
info2