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José María Beobide
1882 - 1967

José María Beobide wurde am 25. November 1882 in Zumaia (Provinz Guipúzkoa) geboren. Er ist der bedeutendste unter den Künstlern, die ihren Aktivitäten in dieser Stadt nachgingen. Sein jüngster Bruder Julio erlangte große Bekanntheit als Bildhauer. Zweifellos hat das familiäre Umfeld ein ganzes Leben lang den Werdegang und die Ausbildung des Komponisten beeinflußt. Sein Interesse für die Musik wurde durch Don Antonio Trueba geweckt, den Organisten der Pfarrkirche von Zumaia. Später vervollkommnete er seine Kenntnisse in Pamplona mit Maestro Samaniego und anschließend am Konservatorium von Madrid, wo er Schüler von Llanos, Grajal, Fontanilla, Rodoreda und Brescia war.

1900, als kaum 18-jähriger, kam er mit dem Jesuitenorden in Kontakt. Die Jesuiten erkannten sein großes musikalisches Talent und boten ihm eine Stelle als Organist und Musiklehrer an einer Schule an, die der Orden in Quito (Ecuador) unterhielt. Hier tat er sich im Rahmen der Musikausbildung schnell hervor und die ekuadoriansche Verwaltung ernannte ihn zum Professor für Gehörbildung und Klavier am Nationalkonservatorium von Ecuador, ein Posten, den er zwischen 1902 und 1906 bekleidete.

Später trat er aus gesundheitlichen Gründen von diesen Ämtern zurück, da er an einem Geschwür litt und zudem die Höhenluft von Quito nicht gut vertrug. Daraufhin siedelte er in die USA über. Während seines Aufenthaltes in New York trat er mit verschiedenen Verlagshäusern in Kontakt, die einige einer Werke druckten. Da sich sein Gesundheitszustand hier nicht besserte, kehrte er nach Zumaia zurück. Nachdem er dort wieder genesen war, bekleidete er das Organistenamt am Salesianerkolleg von Barakaldo, später ernannte man ihn zum Professor der königlichen Studienanstalt Alfon- so XII der Augustinerpatres im Escorial.

Gegen 1914 zog er nach Burgos und wurde dort Organist und Professor des Jesuiten-Studienkollegs La Merced. In Burgos heiratete er am 14.2.1917 Eloisa Varea Corral, die einer bekannten burgaleser Familie entstammte. Mit ihr hatte er vier Kinder: Manuel, Matilde, Estibalíz und María Aránzazu. Während seiner Zeit in Burgos unterrichtete er in den Schulen des Circulo Católico von Obreros und der Beneficiencia Provincial, außerdem reorganisierte er den Chor von Burgos und wurde als dessen Direktor vorgeschlagen. Er verzichtete allerdings auf diesen Posten zu Gunsten seines Lieblingsschülers Antonio José. Außerdem ernannte man ihn 1930 zum Direktor der Musikkapelle der Casa de la Caridad (Haus der Wohlfahrt).

Im selben Jahr gewann er die Bewerbung um einen Lehrstuhl an der pädagogischen Hochschule und wählte als Zielort Pamplona, wo er bereits als Organist an der Jesuitenschule unterrichtete.

In Pamplona trug José María Beobides Unterrichtstätigkeit reiche Früchte. Sein Spezialgebiet waren die Volksmusik und die musikalische Früherziehung.

Im Jahre 1940 wurde er zum Professor der Musikakademie von Pamplona ernannt, die 1957 in ein Konservatorium überführt wurde und zu dessen stellvertretendem Direktor er später aufstieg. Während dieser Jahre gab er Unterricht in Gehörbildung, Musikästhetik- und Geschichte, Transposition und Begleitung. Er bekleidete ebenfalls den Posten des stellvertretenden Direktors des Musikvereins von Pamplona. Bei dessen Jubiläum 1959 war Beobide bereits 76 Jahre alt. Er zog wieder zurück nach Burgos, wo er 1967 starb.

José María Beobide wurde 1932 zum korrespondierenden Mitglied der königlichen Akademie der schönen Künste San Fernando ernannt, war seit 1940 Mitarbeiter des Instituts Diego de Velásquez des Obersten Rates für wissenschaftliche Forschungen, Plenumssprecher der Institución Principe de Viana (Navarra) seit 1941 und korrespondierendes Mitglied der Institución Fernán-Gonzales der burgaleser Akademie für Geschichte und Schöne Künste seit 1948. Außerdem war er im Besitz des Ritterkreuzes Alfonso X el Sabio.