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Köln, Dom
Die heutige Querhausorgel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Firma Johannes Klais aus Bonn als Opus 1000 erbaut.

Sie wurde in der nordöstlichen Ecke der Vierung errichtet, als der Dom noch nicht wiederhergestellt war, sondern das Langhaus noch durch eine Schildwand vom Querhaus und Altarraum getrennt war. Die Querhausorgel wurde 1948 mit 68 Registern (und zwei Transmissionen) auf drei Manualen und Pedal erbaut und anlässlich der 700-Jahr-Feier des Domes eingeweiht.

Die Querhausorgel befindet sich auf einer Betonempore in verhältnismäßig geringer Höhe im östlichen Seitenschiff des Nordquerhauses. Dieser Standort ist für gotische Kathedralen unüblich, erklärt sich aber zum einen damit, dass das Langhaus des Domes bis 1956 wegen Wiederaufbauarbeiten abgesperrt war, und zum anderen auch damit, dass die Liturgie vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil stärker als heute auf Chor und Hochaltar ausgerichtet war.

Die Querhausorgel ist auf der Empore weitläufig und frei aufgestellt. Ihre Werke sind zum Teil auf zwei Ebenen angeordnet. Sie wird soweit sichtbar von klingenden Prospektpfeifen, die einen Freipfeifenprospekt bilden, umschlossen. Sie ist klassisch disponiert, mit Zügen der neobarock orientierten Orgelbewegung.

Die Querhausorgel war nach Fertigstellung des Langhauses und Entfernung der Trennwand zur Beschallung des Domes zu klein. Daher wurde sie 1956 um ein viertes Manualwerk erweitert und ihre Disposition wurde teilweise umgestellt und auf 86 Register erweitert. 2002 erhielt das Instrument ein Hochdruck-Solowerk mit zwei Labialregistern und drei Tubenregistern. 2011 wurde eine durchschlagende Klarinette hinzugefügt; der Winddruck dieser Register liegt bei 270 mm WS. Im Solowerk (IV. Manual) finden sich die alten Mixturen der Orgeln von 1948, sowie eine alte Quintade, die bei der Reorganisation des Instruments eigentlich wegfallen sollte.

Heute hat die Querhausorgel 89 Register (zuzüglich zehn Transmissionen) und zwei Effektregister auf vier Manualen und Pedal. Die Trakturen sind elektropneumatisch.

Die Langhausorgel wurde im Jahre 1998 als zweite Hauptorgel geweiht. Sie behob die unbefriedigende Klangsituation der Nachkriegszeit insbesondere des liturgischen Orgelspiels und ist im gotischen Kirchenraum akustisch gut positioniert. Das Instrument ist als Schwalbennestorgel gebaut und wiegt etwa 30 Tonnen. Das Gehäuse ist etwa 20 m hoch und hängt etwa 20 m über dem Fußboden an vier 35 mm dicken Stahlstangen, die im Dachstuhl verankert sind. Es hängt unmittelbar vor der nördlichen Langhauswand, ohne die Wand zu berühren.

Die Langhausorgel hat insgesamt 53 Register (3.963 Pfeifen), die auf ein Pedal und die drei Manualwerke Rückpositiv, Hauptwerk und Schwellwerk verteilt sind. Die Orgel befindet sich in einem Gerüst, das durch die Rückwand des Orgelgehäuses und ein etwa 71 cm breites Gehäuseband stabilisiert wird. Das Gehäuseband ist mit den Langhauspfeilern verklammert. Das Orgelgerüst besteht aus einem Stahlgerippe mit vier Eisenrosten, die vier Funktionsebenen bilden. Die obersten Ebene macht optisch etwa die Hälfte der Langhausorgel aus. Dort sind mittig zuoberst die Balganlage und die Pfeifen des Haupt-, Schwell- und Pedalwerkes. Einige Pedalpfeifen stehen im Prospekt (Violon 32'). Die oberste Ebene schließt unten mit dem Gehäuseband ab. Darunter verjüngt bzw. verschlankt sich das Gehäuse. Die zweite Ebene liegt vor dem Triforiumsgang. Auf der dritten Ebene darunter befindet sich das Rückpositiv.

Auf der vierten, der untersten Ebene ist ein besonderes Nebenregister eingebaut: Bei Betätigung des Zuges Loss jonn (Hochdeutsch: „Jetzt mach mal!“) öffnet sich unterhalb des Rückpositivs eine Klappe, aus der eine Holz-Figur mit Narrenkappe herausschwenkt. Die Figur ist dem früheren Dompropst Bernard Henrichs nachgebildet. Dazu spielt im Orgelinneren ein Spielwerk das Lied „Mer losse d’r Dom en Kölle“.

Die Langhausorgel hat eine eigene Spielanlage und lässt sich dabei zusätzlich vom Spieltisch der Querhausorgel aus anspielen.

Im Jahr 2006 wurde das Orgelensemble im Dom um ein Hochdruckwerk (Bombardewerk) mit zwei Hochdruckregistern erweitert: Eine Tuba episcopalis 8' und eine Tuba capitularis 8'. Dieses Hochdruckwerk befindet sich im Westwerk des Domes, seitlich vor dem großen Westfenster zwischen den Türmen, auf den Triforiumsbänken auf etwa 20 m Höhe. Die Register sind in C- und Cis-Seite geteilt und beidseitig des Mitteljoches angeordnet. Die 122 Pfeifen der beiden Zungenstimmen ragen waagerecht in den Kirchenraumund sind vertikal übereinander angeordnet.

Die Fanfaren sollen für einen repräsentativen Klang auch bei vollbesetzter Kirche sorgen und werden nur zu Festgottesdiensten an hohen Feiertagen und bei besonderen Anlässen gespielt. Auch diese Register werden vom zentralen Spieltisch der Querhausorgel aus angespielt; sie lassen sich an jedes Manual und an das Pedal koppeln. Darüber hinaus kann das Klangvolumen durch die Sub- und Superoktavkoppeln vergrößert werden.