alt-tag
Horn-Clavichord (1788)
Joseph Gottfried Horn muß als Instrumentenbauer ein Naturtalent gewesen sein. Ob er nun Autodidakt gewesen sein mag oder nicht: Dieses Instrument von 1788 beweist sein großes handwerkliches Können.

Das Instrument (Sammlung Beurmann, Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg) ist überwiegend in Eiche und Fichte gearbeitet und zeugt von einem typisch sächsischen Stil, was beispielsweise die zwei Pergamentrosetten im Resonanzboden zeigen. Die Messingtangenten und die Mensurlängen (c2=265mm) sprechen für eine Messingbesaitung. Der Bezug ist doppelchörig und besteht aus blanken Messingsaiten und im Baßbereich mit Kupfer umsponnenen Messingsaiten. Für die Saitenstärken zu verwendene originale Drahtnummern befinden sich für den Blankbezug auf den Tastenhebeln unter dem Steckbrett. Der Tonumfang beträgt FF-g3, ein für Horn wohl typischer Tonumfang, da sämtliche erhaltenen Instrumente diesen aufweisen. Der Klangsteg weist die Form eines Spazierstocks auf, der die größte Saitenlänge im Baß für die gegebenen Korpusmaße ermöglicht. Der Steg besitzt anstatt der sonst üblichen, zusätzlichen Schrankstifte Einkerbungen, in denen die Saiten in Richtung der Wirbel über den Steg geführt werden. Die Saitendämpfung besteht aus nicht originalem Wollflechtband. Eine Aufnahme für ein mögliches Dämpferbrett ist (original?) vorhanden.