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Fritz Kreisler
1875 - 1962

Fritz Kreisler war der Sohn des jüdischen Arztes Samuel Kreisler, von dem er im Alter von vier Jahren den ersten Violinunterricht erhielt. Seine Mutter war römisch-katholisch, im Alter von 12 Jahren wurde er getauft.[1] 1882 wurde er ans Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien aufgenommen und von Josef Hellmesberger junior (Violine) und Anton Bruckner (Musiktheorie) unterrichtet. Von 1885 bis 1887 studierte er am Pariser Konservatorium, von seinen dortigen Lehrern sind insbesondere Lambert Joseph Massart (Geigenunterricht) und Léo Delibes (Komposition) sowie Jules Massenet zu nennen. 1887 gewann er die höchste Auszeichnung des Pariser Konservatoriums, den Premier Prix, im Alter von nur 12 Jahren.

Mit dem Pianisten Moriz Rosenthal trat er 1888/89 seine erste Konzerttour durch die USA an. Nach seiner Rückkehr bewarb er sich bei den Wiener Philharmonikern, wurde jedoch abgelehnt. Er hörte auf zu musizieren und begann erst Medizin und dann Malerei zu studieren und verbrachte eine kurze Zeit in der Armee. 1896 fing er wieder mit dem Violinspiel an und debütierte 1898 in Wien, bevor er 1899 bei den Berliner Philharmonikern unter dem Dirigenten Arthur Nikisch ein Konzert gab. Dieses Konzert und eine Reihe von Tourneen in Amerika, in den Jahren 1901 bis 1903, brachten ihm wahre Beifallsstürme ein. Bei der Überfahrt an Bord der Fürst Bismarck im Mai 1901 lernte er die Brooklyner Tabakhändlerstochter Harriet Lies kennen, die er vor dem Friedensrichter in New York City sowie in der Österreichischen Botschaft in London heiratete. 1947 folgte eine kirchliche Trauung in der katholischen Pfarrei von New Rochelle. Seine Frau wurde auch seine Managerin und hatte damit alle Hände voll zu tun, da er in manchen Jahren 250 Konzerte und mehr absolvierte. Herlitz vermerkt kurz: "K. ist aus dem Judentum ausgeschieden".

In diese Zeit fällt auch die Komposition seiner bekannten Charakterstücke. Er machte seine ersten Einspielungen und unternahm viele Konzertreisen. 1910 gab Kreisler die Premiere von Edward Elgars Violinkonzert, das ihm gewidmet war.

Er diente kurzzeitig in der österreichischen Armee im Ersten Weltkrieg, bevor er nach einer Verwundung in Russland ehrenvoll entlassen wurde. Die letzten Kriegsjahre verbrachte er in Amerika. Danach folgten Konzerttouren durch die ganze Welt. 1923 war seine erste Tournee nach Fernost, wo er allerdings schon lange durch das Grammophon bekannt war. Ab 1924 lebte er in Berlin, übersiedelte im Jahre 1938 nach Paris, wo er zur Zeit der Ermordung Dollfuß' verweilte und prompt die französische Staatsbürgerschaft erhielt. Im Jahr 1935 erhielt er den Ehrenring der Stadt Wien, 1959 wurde er mit dem Karl-Renner-Preis ausgezeichnet. [2] [3] [4] [5]. Zuerst ließ er sich in der Nähe von Monte Carlo nieder. 1939 ging er nach Amerika, wo er bis zu seinem Lebensende wohnte und nie wieder nach Europa zurückkehrte. 1943 wurde er amerikanischer Staatsbürger. Wegen eines Autounfalls 1941, der seinem Gedächtnis Schaden zufügte, wurden seine Auftritte seltener. Sein letztes öffentliches Konzert gab er 1947, es folgten nur noch wenige Rundfunkkonzerte in den folgenden Jahren. Er starb 1962 in New York City.