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Loyola
Die Cavaillé-Coll-Orgel der Basilika von Loyola (Azpeitia) wurde am 10. Juni 1889 eingeweiht. Sie verfügt über 37 Register, verteilt auf 3 Manuale und Pedal.

Ihr Preis betrug 60.000 Pesetas. Die Diputación Foral der Provinz Guipúzcoa zahlte 5.000 Duros und der Padre José Mª Mendía S.J. weitere 14.000. Ihre Konzeption wurde entscheidend durch den Organisten von Azpeitia, José Ignacio Aldalur, beeinflußt, der ein großer Freund der Jesuiten von Loyola war. Die Lieferung des Instrumentes verzögerte sich mehrfach seitens der Firma Cavaillé-Coll. Die Ursachen dafür lagen in gewissen Spannungen und Briefwechseln zwischen Ignacio de Ibero, dem Präsidenten der Hauptversammlung der Konstruktionsgesellschaft von Loyola, und Charles Carloni, dem Generalbevollmächtigten der Firma Aristide Cavaillé-Coll, selbst ein Orgelbauer. Die Abnahme des Instrumentes erfolgte durch Ignacio Aldalur und Felipe Gorriti.

Wie bereits erwähnt wurde eine erste Restaurierung 1927 von Fernand Prince durchgeführt. 1973 restaurierte die Firma „Organería Española“ aus Azpeitiadas Instrument. Dabei wurde der originale Charakter des Instrumentes genauestens respektiert. Es ist also absolut original erhalten!

Die Orgel von Loyola ist in die Empore über dem Eingangsportal der Basilika gegenüber dem Presbyterium eingebaut. Der Raum auf dieser Empore ist extrem begrenzt in Höhe und Volumen. Das Geheimnis der Unterbringung einer dreimanualigen Orgel auf so beengtem Raum liegt in der Anordnung der einzelnen Werke. Wir haben es hier mit einem Musterbeispiel an Raumausnutzung zu tun. Dabei ist die aktuelle Empore trotz ihres begrenzten Raumvolumens bereits eine auf Betreiben von José Ignacio Aldalur durchgeführte Vergrößerung der Vorgängerempore.

Die Trompeta de Batalla war ursprünglich nicht in der Disposition vorgesehen und wurde erst hinzugefügt, als der Aufbau der Orgel bereits sehr weit fortgeschritten war. Daher kann sie nur mit Hilfe eines neben den Koppeln und Appels angebrachten Fußhebels aktiviert werden.

Diese Instrument muß vom historischen und ästhetischen Standpunkt aus als der dritten Schaffensperiode der Firma A.Cavaillé-Coll zugehörig angesehen werden, die man als die romantisch-symphonische bezeichnet. Die Instrument dieser Epoche eignen sich in besonderer Weise für die Darstellung von Werken von Widor, Vierne, Otaño, Beobide etc. Unter den besonderen Eigenschaften dieses Instrumentes seinen u.a. die zwei Schwellwerke erwähnt (Positif und Récit), die Anordnung von Oboe, Clarinette und Carillon im Positif und das Cornet im Récit.

Wie auch in den Cavaillé-Coll-Orgeln von Santa María de San Sebastián und von Azkoitia so finden wir auch in dieser Orgel die gleichen spanischen Namensbezeichnungen der Manuale und der Längenmaße der Pfeifen, so, wie man sie von den spanischen Barockorgeln her kennt.

Die Orgel hat drei Manuale mit einem Umfang von 56 Tasten und ein Pedal mit 30 Tasten bei insgesamt 37 Registern.

In Puncto Qualität und Klangkonzept reiht sich dieses Instrument nahtlos in die Reihe Meisterwerke der Firma A.Cavaillé-Coll ein: Saint-Sernin de Toulouse (im selben Jahr erbaut) oder auch Saint-Ouen de Rouen (1890). Dies ist besonders vor dem Hintergrund der erwähnten Platzprobleme auf der Empore und nicht zuletzte der sehr speziellen Akusitk des Raumes außerordentlich bemerkenswert.