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Marmoutier, Abbatiale St. Etienne
Trotz zweier Standortwechsel gehört die Orgel von Marmoutier zu den am besten erhaltenen Werken der Straßburger Werkstatt Silbermann, besonders im Hinblick auf die Intonation.

Der Vertrag mit Andreas Silbermann zum Bau der Orgel von Marmoutier wurde 1707 geschlossen. Die Orgel wurde 1709- 1710 aufgestellt. 1746 wurde sie durch seinen Sohn Johann Andreas um fünf Register vervollständigt, die sein Vater lediglich vorgesehen hatte: im Positiv Cromorne 8’ sowie im Pedal Octavbass 8’, Prestant 4’, Bombarde 16’ und Trompette 8’.

1789 wurde die Orgel abgebaut und in einem Querschiff installiert, bis sie 1840 durch Xavier Stiehr (Seltz) auf der – inzwischen erweiterten – West-Empore wieder aufgestellt wurde. Dabei wurde das Pedal hochgestellt, vermutlich um mehr Platz für den Kirchenchor zu schaffen.

1955 wurde eine gründliche Instandsetzung durch Ernest Muhleisen und seinem Schwager Alfred Kern (Straßburg) durchgeführt. Die Arbeiten wurden von Albert Schweitzer beeinflusst.

2009-2010 wurde die Orgel durch Quentin Blumenroeder (Haguenau) gründlich überholt: Reparatur der Windladen und der Traktur, Instandsetzung des Pfeifenwerks, Reparatur des Schnitzereien und Behandlung der Gehäuse-Oberfläche. Der aus dem 19. Jahrhundert stammende Magazinbalg wurde durch drei Keilbälge ersetzt.

von Marc Schaefer

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