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Ratingen, St. Peter & Paul
Die Orgel in Ratingen, St. Peter & Paul, wurde 1953 von der Orgelbaufirma Romanus Seifert & Sohn aus Kevelaer gebaut.
Die aus der Werkstatt Romanus Seifert & Sohn, Kevelaer, stammende Orgel von St.Peter und Paul in Ratingen wurde am 4. September 1953 durch den Kölner Domorganisten Prof. Josef Zimmermann eingeweiht.
1998 wurde sie im Rahmen einer umfassenden Kirchenrenovierung durch die Firma Siegfried Sauer / Höxter restauriert und klanglich modifiziert. Auf gleichen Winddrücken wie 1953 wurde die Orgel von Bernhard Watermeyer von der Firma Sauer / Höxter neu intoniert.
Im Jahr 2006 wurde nun der Spieltisch von der Erbauerfirma Romanus Seifert & Sohn, Kevelaer umfassend restauriert und mit einem elektronischen Bus-System und MIDI-Schnittstelle ausgestattet. An der Süd-Seite erhielt die Orgel in einem Schwellwerk-Turm die frei ankoppelbaren SOLO-Register Tuba magna 16-8' und einen großen (ab e° 2-fach besetzten) Streicher Stentorphon 16-8' sowie im Hauptwerk aufgebänkt das zum SOLO gehörende Cornet 5-fach. Unter dem Gewölbe über den Pedalstimmen wurde eine innen liegende Tuba pontificale 8-4' als Chamade hinzugebaut.
Die Windanlage wurde durch zwei zusätzliche Motoren ergänzt. Leitend war der Grundsatz, die Ratinger Orgel als Zeitzeugin der orgelbewegten Nachkriegsinstrumente zu erhalten und klanglich in der Ästhetik der Orgelbautradition des Hauses Seifert in Kevelaer zu optimieren. Ihr romantischer Fundus und die warme Intonation sind durch Streicher und Zungenstimmen der tiefen Lage ergänzt, ohne dass Farbreichtum und Dispositionsweise der neo-barocken Ausrichtung eliminiert wurden. Für Bauformen und Mensuren gaben die Instrumente der Marienbasilika in Kevelaer (1907) und St. Matthias, Berlin (1958) eine Orientierung.
Am 29. Juni 2012 konnte ein neuer mobiler Spieltisch unten im Kirchenraum – ganz aus Spenden finanziert – eingeweiht werden.
Abschließend wurde 2016 hinter dem Hochaltar das lange geplante Projekt einer Chororgel zur Begleitung von Chor- und Ensemblemusik und für Gottesdienste im Hochchor durch die Firma Seifert/Kevelaer realisiert. Auf einer Einzelton-Kastenlade fanden sieben Register Aufstellung, die dank des SINUA-Systems effektiv und variantenreich genutzt werden können.
Somit verfügt St. Peter und Paul heute über eine in Jahresringen gewachsene, „fluide“ Orgelanlage, verteilt auf Hauptorgel im Westen auf der Empore und Chorwerk hinter dem Hochaltar im Osten.