Das von der Firma Detlef Kleuker aus Bielefeld-Brackwede von 1979 bis 1981 nach einem Dispositionsentwurf von Jean Guillou erbaute Instrument zog wegen seiner zahlreichen Besonderheiten schnell große Aufmerksamkeit auf sich, nicht zuletzt wegen der markanten Prospektgestaltung nach Plänen des französischen Architekten Jean Marol, der bereits wenige Jahr zuvor die Kirche Notre-Dame des Neiges in L’Alpe d’Huez und das Gehäuse (in Form einer Hand) für die dortige Kleuker-Orgel entworfen hatte.
Den Planungen vorausgegangen war eine akustische Vermessung des riesigen, zwischen 1939 und 1949 erbauten Kirchenraums (98 m Länge bei einem Volumen von 22.000 Kubikmetern) durch Experten der Brüsseler Universität.
Um an den Namen des Stadtviertels zu erinnern, stellte Jean Marol in seinem Entwurf zwei Vögel während des Balzrituals dar: der linke ist aus Esche, der rechte aus Mahagoni, zwei kontrastierende Holztöne. Die Orgel steht ebenerdig, damit sie die Rosette zu Ehren von Notre-Dame de Grâce nicht verdeckt. Die Horizontal-Trompeten (en Chamade) verleihen diesem Ensemble sowohl optisch als auch akustisch eine besondere Note.
Das Orgelgehäuse ist nach vorne sehr offen und schalldurchlässig konzipiert, zudem liegen die einzelnen Windladen in einer Höhe, die eine optimale Klangentfaltung im Raum ermöglichen.
Die Intonation setzt dabei ihren Akzent mehr auf maximale Individualität der einzelnen Register(persönlichkeiten) als auf bestmögliche Verschmelzungsfähigkeit.
Entworfen Ende der 1970er Jahre kann die Kleuker-Orgel als für die damalige Zeit zukunftsweisendes Meisterwerk des Orgelbaus bezeichnet werden und ist das Ergebnis einer ebenso mutigen wie kongenialen Zusammenarbeit zwischen Jean Guillou und Detlef Kleuker.