Image Complete organ works

Complete organ works

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AEOLUS setzt die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem niederländischen Organisten und Cembalisten Léon Berben fort und knüpft mit der nun vorliegenden neuen SACD an dessen preisgekrönte Gesamteinspielung „Melchior Schildt: complete organ works“ („Diapason d'Or“) aller Werke für Tasteninstrumente von Jan Pieterszoon Sweelinck an: zum einen, da der Komponist Schildt nachweislich Schüler von Sweelinck gewesen ist, zum anderen, da hier die schon für Sweelinck äußerst bewährte mitteltönige Orgel (1624) von Hans Scherer d.J. In der St.Stephanuskirche zu Tangermünde zum Einsatz kommt. Ihr einzigartiger Klang kann nun sogar in Surround Sound genossen werden.

Über den heute nahezu vergessenen Komponisten Melchior Schildts sind wir im Vergleich zu vielen seiner Zeitgenossen verhältnismäßig gut informiert. Bereits Schildts Großvater Gerdt und sein Vater Antonius bekleideten seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wichtige Organistenämter in den Kirchen der Stadt Hannover. Es war zur damaligen Zeit nur folgerichtig, dass sich auch Melchior und sein Bruder Ludolf Schildt als Organisten verdingten.

Melchior Schildts Geburtstag läßt sich auf den Sommer 1592 datieren. Als Geburtsort kommt nur Hannover in Frage, wo in dieser Zeit sein Vater als Organist an der Kreuzkirche war, bevor er 1593 an die Marktkirche wechselte. Dieser dürfte ihn auch in Musik unterrichtet haben und bat bei der Stadt Hannover um eine finanzielle Zuwendung, damit sein Sohn zu Jan Pieterszoon Sweelinck nach Amsterdam gehen könne. Da die Förderung in Höhe von 36 Gulden bewilligt wurde, kann davon ausgegangen werden, dass Melchior Schildt spätestens seit Anfang 1610 seine Ausbildung in Amsterdam vervollkommnen konnte.

Ab 1623 war Melchior Schildt für etwa zwei Jahre Organist der Hauptkirche der Stadt Wolfenbüttel Beatae Mariae Virginis. Anschließend trat er als Hoforganist und Prinzenerzieher in die Dienste König Christians von Dänemark. Am dänischen Hofe wirkte er weitere drei Jahre, bevor er 1629 - zunächst in Vertretung seines schwerkranken Vaters - nach Hannover ging, wo er nach dem Tod des Vaters noch im selben Jahr seine Lebensstelle als dessen Amtsnachfolger an der Marktkirche St. Georgii et Jacobi antrat und 1667 starb.

Schildts Spiel galt als facettenreich, sein überliefertes kompositorisches Schaffen als „in Bezug auf Satztechnik, Form und Ausdruck breit gefächert, und zwar auf hohem Niveau“, wie der Organist Klaus Beckmann in seiner Ausgabe des Schildt’schen Orgelwerks 1999 nachwies.

Ergänzt wird das Programm dieser SACD durch eine Magnificat-Vertonung von Delphin Strungk. Wie Melchior Schildt, so stand auch letztgenannter im Dienst der Wolfenbütteler Hauptkirche Beatae Mariae Virginis. Dort wirkte er von 1631 bis 1634 als Nachfolger der Gebrüder Melchior und Ludolf Schildt an der 1620– 1624 von Gottfried Fritzsche erbauten Orgel, bevor er wie schon Melchior Schildt für drei Jahre in höfische Dienste trat. Ob Strungk vielleicht Schüler M. Schildts war, wissen wir nicht. Eine Verbindung muss es aber gegeben haben, scheinen die Kreuzungen von Schildts und Strungks Lebensweg nicht ganz zufällig gewesen zu sein. Wie umfangreich Strungks kompositorisches Schaffen einmal gewesen ist, lässt sich nicht mehr feststellen. Strungks Magnificat ist ein wahrhaftiges Meisterwerk und insofern eine ideale Ergänzung des Programms. Er zeigt als Komponist, wie er die Errungenschaften seiner Vorbilder mit Innovation und Experiment verbindet.